Gesamtschau Agrarpolitik: Fair-Food-Initiative nötiger denn je

Die Gesamtschau zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik, die der Nationalrat heute behandelt, beinhaltet keine zukunftsweisenden Lösungen für die dringenden Probleme der Land- und Ernährungswirtschaft. Auch ist im Bericht keine Rede von «Handelsbeziehungen, die zur nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft beitragen», wie es der neue Verfassungsartikel 104a «Ernährungssicherheit» verlangt.

Die Gesamtschau des Bundesrats zur mittelfristigen Weiterentwicklung der Agrarpolitik zeigt zwar klar auf, dass dringender Handlungsbedarf zum Schutz der Umwelt besteht. Allerdings zieht der Bundesrat daraus die völlig falschen Schlüsse: Statt das agrarpolitische Instrumentarium stärker auf Ökologie auszurichten, will er die Schweizer Landwirtschaft für Freihandelsabkommen wie etwa mit den Mercosur-Staaten opfern.

Die Liberalisierung der Handelsbeziehungen untergräbt die Bemühungen für eine nachhaltige Landwirtschaft. Sie führt zu noch mehr Grossbetrieben, die intensiv und umweltschädlich produzieren. Und sie zerstört auf lange Frist sowohl die bäuerlichen Strukturen in der Schweiz als auch global.

Fair-Food-Initiative nötiger denn je
Leider zeigt der Bundesrat in seiner Gesamtschau noch immer nicht auf, wie er den neuen Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit umzusetzen gedenkt. Dieser verlangt u.a. „Handelsbeziehungen, die zur nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft“ beitragen. Davon ist in der Gesamtschau ebenso wenig die Rede wie beim Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Die Fair-Food-Initiative ist deshalb nötiger denn je. Sie will Lebensmittel aus einer naturnahen, umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft mit fairen Arbeitsbedingungen fördern – sowohl bei Lebensmitteln aus der Schweiz also auch Importen.

By | 2018-06-07T16:43:50+00:00 Juni 4th, 2018|Medienmitteilungen, News|Kommentare deaktiviert für Gesamtschau Agrarpolitik: Fair-Food-Initiative nötiger denn je